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An Hour of Silence

Posted on Jun 11th, 2008 by Katrin : universe-assistant Katrin

 

 

 

There will be two texts.
In the first one Mo describes how he experienced this hour and in the second one I write how it was experienced by me.


1. text

Written by Mo Riddiford

An hour’s meditation at the Berlin Holocaust Memorial

Yesterday Katrin Seewaldt and I meditated for one hour at the Berlin Holocaust Memorial.

In our invitation to others to join us we used the word “meditation” but also (zum Gebet) because we want to open this opportunity to as many people from all religious backgrounds, or no religious background at all.

 It was early morning which meant that only security people were there. As always the traffic continued on. We faced into the centre of  the massive stone blocks, either sitting on the ground cross-legged or on one of the very low blocks on the perimeter of the memorial.

The hour flew by as I let my thoughts just be thoughts, my feelings just be feelings, while I sat as still as I could, attentive as possible, and within the biggest context I could imagine. The sense of big mysterious appropriateness was palpable.

After our meditation I even said to Katrin that, just maybe (and only from a certain point of view!), “Diese Stelle ist der wohlste Ort in ganz Berlin”. 

For me the hour we spent there is just one further expression of a deep inner impulse that started nine months ago when we both visited Auschwitz for a day. This powerful (but seemingly impersonal) impulse keeps encouraging me to reconnect to a history that apparently still lives within those of us who choose to live in Germany. I wish I could say why I want to do this but I haven’t yet found an easy explanation. For that I need your help!

 We don’t know what the next step might be but do please let us know if you have some ideas.

 Love

Mo

*******

 

 

2. text

Written by Katrin Seewaldt

 

Monday Morning. This should be a good time. Almost no one would be there.

It seemed to be a good time to start the experiment without, however, being able to really name it. Mo and me sitting there still for one hour, meditating, on the perimeters of the Berlin Holocaust Memorial. It just seemed to be the right thing to do. Without wanting to effectuate anything; simply sitting there, still, leaving ourselves out as much as possible.

That was the plan, so we started the little journey, Monday morning at something past six.

It was kind of a calm power I felt myself being guided by. A quite unusual feeling for me, as someone rather compelled by a burning passion to the things I follow.

We were looking for an appropriate place, at the side of the memorial, in the shadow of a little tree, on this day that promised to be hot, and sat down quietly.

Normally, when I am meditating, time and again, there are phases, where I get lost in the streams of my thoughts; and many times, when I recognize that, a kind of ambition emerges, which, sometimes slightly, sometimes stronger, produces an irritation about the fact, that it occurred one more time; then there will be a recognition of that irritation, a recognition of that game as such and a coming back to the tranquillity from before being lost, ditaching from the identification and so on.

This time it was completely different from the very first moment.

In an instant I could experience a vast ease within me. It wasn´t about me at all, though. There wasn´t even the attempt of my mind to play the usual game.

I felt as free as only very rare times before.

What I experienced was a profound pure feeling of joy which was completely impersonal. I just felt the urge to be simply available, for that which wanted to flow through me. This joy I experienced as a joy of consciousness itself, a joy particularly because of that, all this with a clarity and purity I had not experienced myself so far.

It seems extraordinarily delicate to put all this in words, and I want to be as discreet as I possibly can. I only can and want to express what I felt and feel at and about this place. What I can say without any doubt, that it feels completely wholesome.

Thanks very much to everyone who could not be there and was there with us anyway, in their thoughts.

Maybe we will repeat this another time to share it with eachother and with others.

In deep love and respect,

Katrin

 

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Eine Stunde Stille

Posted on Jun 11th, 2008 by Katrin : universe-assistant Katrin

Es folgen zwei Texte.
Der erste ist die Stunde, wie ich sie erlebt habe, in dem zweiten Text weiter unten beschreibt Mo, wie er diese Stunde erlebt hat.


Montag morgens um 7 Uhr.
Das sei eine gute Zeit. Kaum ein Besucher würde dann dort sein.
Es schien eine gute Zeit, das Experiment zu wagen, ohne dass wir es konkret hätten benennen können. Eine Stunde wollten Mo und ich ruhig sitzen zur Meditation am Rande des Holocaust-Denkmals in Berlin. Es erschien uns einfach das Richtige zu tun. Ohne etwas Bestimmtes „bewirken“ zu wollen; einfach nur ruhig da sitzen, uns selbst möglichst rausnehmend.

So hatten wir es geplant und machten uns auf den Weg, am Montag morgen um kurz nach sechs.
Es war eine ruhige Kraft durch die ich mich geleitet fühlte. Fast ungewohnt, denn sonst ist es eher eine brennende Leidenschaft, die mich zu irgendetwas hinzieht.

Wir suchten einen geeigneten Platz, etwas am Rand, im Schatten eines Baumes, an diesem reichlich Hitze versprechenden Tag, und setzten uns ruhig hin.
 
Meistens, immer wieder, wenn ich meditiere, gibt es Phasen, in denen ich mich doch wieder verliere in den Gedankenströmen, die unser Verstand produziert; oft, wenn ich es erkenne, gibt es dann etwas wie einen Ehrgeiz in mir, der sich, mal leicht mal ein wenig stärker, darüber ärgert, dass es schon wieder passiert ist. Dann erfolgt das Erkennen dieses Ärgers, das Erkennen dieses Spieles, das Wieder-zur-Ruhe-kommen, das Sich-Loslösen von der Identifikation mit ihnen und so fort.
Hier war alles sofort ganz anders.
Im Nu konnte ich eine große Leichtigkeit in mir spüren. Es ging jedoch überhaupt nicht um mich. Es war nicht einmal der Versuch meines Verstandes vorhanden, das sonst übliche Spiel zu spielen.
Ich fühlte mich so frei, wie selten sonst.
Was ich spürte war eine tiefe, klare Freude, die überhaupt nichts Persönliches hatte. Ich spürte einfach das Bedürfnis zur Verfügung zu stehen, für das, was dort durch mich hindurch wollte. Und diese Freude empfand ich als die Freude des Bewusstseins selbst genau hierüber, und zwar mit einer Klarheit und Reinheit, die ich so noch nicht zuvor erlebt hatte.

Es erscheint mir als außerordentlich schwierig, all dies in Worte zu fassen, und ich möchte vorsichtig sein. Kann nur ausdrücken, was ich spürte dort und noch spüre und mit Sicherheit sagen, dass es sich vollkommen heilsam anfühlt.

Ich danke allen, die nicht dabei sein konnten und doch dabei waren.

Vielleicht wiederholen wir es und teilen unser Erleben miteinander und teilen es einander und anderen mit.

In tiefer Freude und Respekt,

Katrin

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Hier ist was Mo dazu geschrieben hat:

Eine Stunde der Meditation am Berliner Holocaust-Denkmal

Gestern meditierten wir, Katrin Seewaldt und ich, für eine Stunde am Berliner Holocaust-Denkmal. In unserer Einladung an weitere Menschen, uns zu begleiten, schrieben wir Meditation oder Gebet, denn wir wollten dies als eine Möglichkeit für Menschen jeglichen oder auch gar keines religiösen Hintergrundes anbieten.

Es war früh am morgen, so dass es noch keine Besucher gab, nur das Sicherheits-Personal und der immerwährende Straßenverkehr um uns. Wir setzten uns so, dass der Blick über den ganzen Platz mit seinen Granitsäulen reichte, entweder am Boden, an eine der Säulen gelehnt, oder auf einer flachen Säulen, am äußeren Rand des Denkmals. Die Stunde verflog nur so, während ich meine Gedanken einfach Gedanken sein ließ, meine Gefühle einfach Gefühle, so still wie nur möglich, so aufmerksam wie nur möglich, mit dem größtmöglichen Kontext.

Es war förmlich greifbar, dieser Eindruck, das Empfinden, dass dies einfach das Richtige ist zu tun. Nach unserer Meditation sagte ich sogar, dass dies, vielleicht, und von einem bestimmten Standpunkt aus gesehen, „der wohlste Ort in ganz Berlin“ sein mag.

Für mich war diese Stunde, die wir dort verbrachten ein weiterer Ausdruck dieses tiefen inneren Impulses, der vor neun Monaten begann, als wir beide für einen Tag Auschwitz besucht hatten. Dieser kraftvolle, anscheinend jedoch ganz unpersönliche Impuls ermutigt mich weiterhin, rückwirkend eine Verbindung herzustellen zu diesem Teil der Geschichte, der offensichtlich noch immer in uns, die wir hier in Deutschland leben, verankert ist. Ich wünschte ich könnte erklären, warum ich all dies tue und tun möchte, doch habe ich bisher keine einfache Erklärung dafür gefunden. Hierfür benötige ich Eure Mithilfe.

Wir wissen nicht, was der nächste Schritt sein könnte, doch bitten wir Euch uns Eure Ideen mitzuteilen.

In Liebe,

Mo



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Andrew Cohen in Basel am 15. April 2008

Posted on Apr 21st, 2008 by Katrin : universe-assistant Katrin

Mehr als hundert Menschen kamen zu der Abendveranstaltung, viele von Ihnen würden Andrew Cohen das erste Mal sehen und hören. Mein Eindruck war, dass viele aus Neugier kamen, mit dem Wunsch etwas Interessantes geboten zu bekommen, man hörte Erwartungen, ausgesprochene Gedanken über die Frage, was der Abend wohl bringen würde, was Andrew Cohen wohl zu sagen hätte.

Was dann passiert ist, hat wohl (ich denke dies ohne Übertreibung sagen zu können) die Erwartungen und Ideen der meisten um etwas nicht Vorstellbares überschritten.

In vielen Gesichtern, in denen ich zuvor eine gelassene Erwartung gesehen hatte, sah ich Betroffenheit, Bewegtheit, tiefe Nachdenklichkeit, bis hin zu glühenden Gesichtern.

Es war ein unglaublicher dichter, komplexer Vortrag, der so vieles umfasste, dass es einem schwindlig werden konnte. Auf jeden Fall aber übermittelte Andrew Cohen die ungeheure Dringlichkeit für uns alle, zu wirklichem Bewusstsein aufzuwachen.

Ich möchte gar nicht viele Worte machen, nur mein tiefes Staunen, meine noch tiefere Freude und meinen unendlichen Respekt und meine Liebe für jemanden ausdrücken, der meines Erachtens wirklich ALLES gibt, alles und noch mehr, der perfekte Spiegel, die vollständigste Authentizität, die ich bisher erlebt habe. Ich bin zutiefst bewegt und möchte mehr als ich bisher erfassen kann, Teil dieses Prozesses und dieses Erwachens sein und hoffe auf möglichst viele Wesen, die es wagen mögen, sich diesem Prozess zu öffnen. Gerne beantworte ich weitere Fragen und freue mich über Kontakt und Austausch zu diesem größten aller Abenteuer.

In Liebe,

Katrin

http://www.andrewcohen.org/de/andrew-cohen-interview/

looking back to the beginning


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Treffen, Austausch, Tasten

Posted on Apr 6th, 2008 by Katrin : universe-assistant Katrin
Dies ist ein Bericht über ein zweites Zusammentreffen mit einigen Frauen in Berlin. Entstanden ist der Wunsch dazu nach einem Seminar im Januar in Berlin, ein Einführungskurs über das Evolutionary Enlightenment von Andrew Cohen, gegeben von Katrin Karneth.
Der Kurs war ein Grundlagenkurs, doch gegeben wurde er nur für Frauen.

Dieses zweite Treffen am heutigen Sonntag, das ich sehr bewegend fand, möchte ich hier versuchen in Worte zu fassen. Es kann nur ein Versuch sein, doch er sei gemacht. Mir erschien es zu bewegend und bedeutsam, als es verhallen zu lassen. Obwohl ich auch glaube, dass das, was wir dort erschaffen haben Eintritt findet in etwas Bleibendes, einen Beitrag leistet zu einem Fundament, das im Entstehen begriffen ist.
Wir waren sieben.

Hier sind meine Eindrücke - ich freue mich sehr über Kommentare und Anregungen -

***So verschiedene Richtungen, aus denen alle kommen (Eigene Gedanken, Williges Jäger, Andrew Cohen, Ken Wilber, Sri Aurobindo, Christian Meyer...). Schwierigkeiten bei der Verständigung, Holpern bei den Worten. Welches Wort bedeutet was? - für jede anders. So neu irgendwie alles. Nicht gewohnt, über diese Themen zu sprechen im Alltäglichen, nicht wirklich gewohnt diese Worte zu benutzen. Wir alle lesen wahrscheinlich viel darüber. Worüber eigentlich? Entwicklung, spirituelle Suche, das wirkliche Selbst, das Authentische Selbst, Konditionierung, wonach suchen wir überhaupt, wie finde ich mein Selbst, was ist das genau, der göttliche Funke, gibt’s den?, die Masken, die wir aufsetzen im Miteinander, die raren Momente, in denen sie fallen oder wir gar vergessen sie aufzusetzen - dann kommt sie schnell wieder drauf - schützen wollen wir uns – wovor eigentlich... und so geht es weiter und fort. Austausch, der Versuch dazu, Tasten.

Und doch spüre ich (nur ich? - ist das subjektiv, oder geht es Euch auch so?) auch eine Intention. Ein Aufpassen aufeinander, im Sinne von Fürsorge irgendwie. Verstehen wollen mehr, als sich mitteilen wollen. Finden wollen.

Ein kurzer Austausch hallt in mir nach:

F: „Ich stelle mir manchmal vor, wie es wäre eine direkte Verkabelung mit deinen Gedanken zu haben, alle sehen zu können. Wie anders wäre alles.“
- A: „Oder, diese Verbindung selber zu erzeugen, als Fähigkeit. So, dass ich mich dir gegenüber vollkommen offen äußere, authentisch, vollkommen offengelegt alles, offener, als ich selbst mir selbst gegenüber sein würde.“
- Ich kann mich nicht mehr an die Worte erinnern, die F hieraufhin gesagt hat. Woran ich mich mit einer großer Intensität erinnern kann, ist die Resonanzwelle, die ich gespürt habe. Ein Staunen, ein langes inneres „Ohh“ sozusagen, ob dieser Vorstellung, die so wagemutig erscheint.

Ich hatte das Gefühl, das es das war, worum es eigentlich ging und geht. Dieses sich finden, zueinander finden. Und ich sehe, wieviel Mut es zu erfordern scheint, überhaupt zu wagen, allein den Wunsch zu haben, dies tun zu können – sich vollkommen offen, ohne etwas zurückzuhalten, einander gegenüberstehen kann, einen Austausch, der nicht auf etwas abzielt für mich, von dem die andere nichts weiß, sondern tatsächlich nichts zu verstecken hat, sondern dessen Ziel es im Gegenteil ist etwas Gemeinsames zu erschaffen. Und wenn man nun fragt „Was erschaffen?“, beginnt das Wundervolle, so empfinde ich es zumindest. Denn ich denke es ist etwas ganz Neues. Etwas, das es noch nicht gibt, das im Entstehen begriffen ist, das ein Fundament braucht, welches wir bauen können, wenn wir uns trauen zu erwachen.

Glaube fest daran, dass wir uns darüber hinaus entwickeln werden. Über die Worte. Deren Bedeutung wir oft ersteinmal so mühselig klarstellen, vergleichen, festmauern müssen, um uns zu verstehen. Und dann sind sie bereits wieder viel zu starr und fest und in Stein gemeißelt, wo doch die Bedeutung eine ganz lebendige bewegliche zu entwickelnde war.

Ohne Worte geht schon jetzt manchmal eine viel tiefere Kommunikation. Wir müssen es nur üben und entwickeln, denke ich, wie wir auch die Sprache der Worte zunächst entwickeln mussten, so können wir uns auch über sie hinaus entwickeln.

Ich muss an die Calls denken an den Donnerstagabenden, wo wir eigentlich nie Schwierigkeiten zu haben scheinen mit Worten und deren Bedeutungen. Liegt es daran, dass so viele mit der Lehre von Andrew Cohen zu tun haben, die in den Calls sind (ist das überhaupt so?), oder ist es dieses Feld, das wir dort entstehen lassen und die gemeinsame Intention, die uns dort die „richtigen“ Worte finden lässt, beziehungsweise uns die Worte, egal welche, verstehen lässt? Oder beides?- alles verwoben miteinander...?


Tief in dieser kraftvollen Energie und voller Staunen,

much love,

Katrin

The Higher We


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